Sachkostenlisten

Bild: proDente

Zum Teil bedienen sich Unternehmen der privaten Krankenversicherung bei der Ermittlung der Erstattungsbetr√§ge "Listen f√ľr die Erstattung von Sachkosten bei zahn√§rztlicher Behandlung", die schon bei den Bezeichnungen der enthaltenen Leistungen dem Leistungskatalog f√ľr gesetzlich Krankenversicherte √§hneln.

Auch hier gilt, dass sich der Erstattungsanspruch des Patienten grunds√§tzlich aus dem vertraglich vereinbarten Tarif ergibt. Der Erstattungsanspruch gegen den Versicherer ber√ľhrt auch hier nicht den berechtigten Anspruch des Zahnarztes gegen den Patienten. Gleichfalls wird der sich aus Werkvertragsrecht ergebende, berechtigte Anspruch des Labors gegen den Zahnarzt nicht etwa dadurch geschm√§lert, dass ein Patient ggfs. einen eingeschr√§nkten Erstattungsanspruch vertraglich mit seinem Versicherer vereinbart hat.

Wirksamkeit der Sachkostenlisten oft nicht gegeben

Ob die Sachkostenliste des Versicherers wirksam zum Tarifbestandteil geworden ist und ob der Versicherte damit eine eingeschr√§nkte Leistung gegen sich gelten lassen muss, muss der Versicherte pr√ľfen.

Häufig sind die Sachkostenlisten einseitig vom Versicherer nachgeschoben und entfalten dann womöglich keine Wirkung. Versicherer selbst sprechen dann gern von "ihres Erachtens" angemessenen Kosten, die in den Listen verzeichnet sein sollen.

Ist eine Sachkostenliste aber wirksam Vertragsbestandteil geworden, muss der Versicherte erkennen, dass er - wissentlich oder nicht - einen eingeschr√§nkten Versicherungsschutz mit seiner Versicherung vereinbart hat. Das kann nat√ľrlich nicht auf dem R√ľcken von Zahnarzt und zahntechnischem Labor ausgetragen werden.

Schleichender Anspruchsverlust mangels Anpassung der Sachkostenlisten

Auch dann, wenn eine Sachkostenliste wirksamer Vertragsbestandteil geworden sein sollte, ist die Frage nach der Anpassung der Leistungsinhalte und der Erstattungsbetr√§ge in einer Sachkostenliste an den medizinisch-technischen Fortschritt zu stellen.

Es ist zumindest ein Beispiel einer tariflichen Gestaltung bekannt, bei der der Versicherer das einseitige Recht hat, bei regelm√§√üiger √úberpr√ľfung ("alle 2 Jahre") die Leistungsinhalte anzupassen (oder dieses eben auch nicht zu tun), wenn er es f√ľr erforderlich h√§lt. Unterl√§sst der Versicherer eine Anpassung, vergr√∂√üert sich u. U. die Differenz zwischen Forderung gegen den Versicherten aus medizinisch notwendiger Zahnbehandlung (einschlie√ülich Material- und Laborkosten) und Erstattung des Versicherers.

Mittlerweile wird auch von Sachkostenlisten berichtet, die √ľberhaupt keine Regelungen zu Anpassungen vorsehen.

Der Versicherte wird damit nat√ľrlich nicht vom medizinischen oder (zahn-) technischen Fortschritt ausgeschlossen. Es besteht aber die M√∂glichkeit, dass aus diesem Fortschritt resultierende zus√§tzliche Leistungen nicht bei der Erstattung ber√ľcksichtigt werden. 

Zus√§tzlich ist allein durch die Nichtber√ľcksichtigung allgemeiner Preisniveausteigerungen schon ein schleichender Anspruchsverlust festzustellen, wenn Anpassungen der Sachkostenlisten unterbleiben.

Aktuelles:

27.07.20 16:20

Aufruf des Verbandes der Privaten Krankenversicherung:

Zahnarzt-Besuche nicht l√§nger aufschieben ‚Äď denn Schutz vor Corona ist sichergestellt


Kat: Aktuelle Meldungen, Aktuelle Meldungen ZTI, Aktuelle Meldungen Arnsberg, Aktuelle Meldungen ZTI OWL
30.06.20 09:41

Hygiene ist der Goldstandard

BZ√ĄK: Kaum Infektionsgeschehen in Zahnarztpraxen


Kat: Aktuelle Meldungen, Aktuelle Meldungen ZTI, Aktuelle Meldungen Arnsberg, Aktuelle Meldungen ZTI OWL
12.06.20 10:41

Bei Ihrem Zahnarzt sind Sie sicher...

...also, worauf warten Sie?


Kat: Aktuelle Meldungen, Aktuelle Meldungen ZTI, Aktuelle Meldungen Arnsberg, Aktuelle Meldungen ZTI OWL