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Friday, 27. May 2022 13:57 Uhr Alter: 79 days
Kategorie: Aktuelle Meldungen ZTI

Meisterbetriebe stĂŒtzen Neuausrichtung der Berufsausbildung im Zahntechniker-Handwerk

Mitgliederversammlung im Regierungsbezirk MĂŒnster am 18.05.2022


Zur Mitgliederversammlung am 18.05.2022 begrĂŒĂŸte Uwe Bußmeier, Obermeister der fĂŒr den Regierungsbezirk MĂŒnster zustĂ€ndigen Zahntechniker-Innung, zahlreiche Betriebsinhaber. Nicht ohne Grund gab er nur einen sehr kurzen, stichpunktartigen Überblick ĂŒber die AktivitĂ€ten seit der letzten Versammlung. Auf der Tagesordnung stand u.a. mit der Reform der Berufsausbildung, mit der betrieblichen Kostensituation angesichts massiv steigender Preise, mit der Integration der Unterkieferprotrusionsschiene in den GKV-Leistungskatalog sowie mit der Einbindung des Zahntechniker-Handwerks in die Telematik-Infrastruktur eine Themenvielfalt, die den zeitlichen Rahmen sonst gesprengt hĂ€tte.

Neue Ausbildungsordnung ab 01.08.2022

Stv. Obermeister und Lehrlingswart Ralf Niggenaber prĂ€sentierte Inhalt und Ablauf der neuen Ausbildungsordnung im Zahntechniker-Handwerk, die ab dem 01.08.2022 inkraft tritt. Er begrĂŒĂŸte ausdrĂŒcklich die damit verbundene Modernisierung des Berufsbilds und die damit verbundene Anpassung der Ausbildungs- und PrĂŒfungsinhalte u.a. an die aktuellen technologischen Gegebenheiten der CAD-/CAM-Technologien aber auch im Bereich der fachlich-kommunikativen Kompetenzen des Nachwuchses auf dem Gebiet der Kunden- und Patientenbetreuung.

"Es ist ein außerhalb der Branche weit verbreiteter Irrglaube, dass computergestĂŒtzte Planung, Konstruktion und Fertigung quasi im Vorbeigehen erlernt werden können. Ein Rechner kann nur so gut sein, wie man ihn fĂŒttert. Ohne die Grundkenntnisse der klassischen Lehre z.B. zu Funktion, Materialien, Form und Ästhetik gibt es schwerlich adĂ€quate Ergebnisse. Das Handling computergestĂŒtzter Technologien kann nur auf der klassischen Zahntechnik aufsetzen!", so betonte Niggenaber. Aus diesem Grund ist mit der neuen Ausbildungsordnung eine deutliche Erweiterung der Ausbildungsinhalte verbunden. Diese Erweiterung betrifft alle Beteiligten am Ausbildungs- und PrĂŒfungswesen, Betriebe, Berufsschule, TrĂ€ger der ÜLU, PrĂŒfungsausschĂŒsse und nicht zuletzt auch die Auszubildenden selbst, die jedoch mit entsprechendem Einsatz einen relevanten Zugewinn erfahren werden.

Und so stellte auch Christian Vennemeyer vom Hans-Böckler Berufskolleg in Haltern die Erfordernisse in Hinblick auf Lehrplan und Ausstattung vor. Große Hoffnung setze die Schule auf die Erkenntnis bei Politik und SchultrĂ€ger, dass es einer merklichen auch finanziellen UnterstĂŒtzung von erforderlichen Investitionen bedarf, um eine moderne und an die neue Ausbildungsordnung angepasste Ausstattung zu sichern. Auch die anwesenden Vertreter des Handwerkskammer Bildungszentrums als TrĂ€ger der ÜLU sicherten ihren vollen Einsatz zur Umsetzung der neuen Anforderungen zu. Besonders verwiesen wurde auf die Notwendigkeit einer zeitnahen Umsetzung ggf. neu zu strukturierender ÜLU sowie auf die nun noch weiter wachsende Bedeutung einer Koordination aller Maßnahmen unter allen Beteiligten.

Auch Betriebe und PrĂŒfungsausschĂŒsse der Innung, die mangels Übergangsfristen nun temporĂ€r zweigleisig fahren mĂŒssen, signalisierten trotz der zu erwartenden, deutlichen Mehrbelastung ihre volle UnterstĂŒtzung der Reformen.

Drastisch gestiegene Kosten in den zahntechnischen Laboren

Die aktuell in den zahntechnischen Betrieben drastisch steigenden Kosten nicht nur aber auch bei Materialien bereiten zusehends große Probleme. Vor diesem Hintergrund wurde die Resolution der Mitgliederversammlung des Verbandes Deutscher Zahntechniker-Innungen am 24.03.2022 in Leipzig erörtert und nachdrĂŒcklich unterstĂŒtzt.

"Die damit geforderte, unverzu?gliche Aufhebung der Preisregulierung i.V. mit § 71 Abs. 3 SGB V bei zahntechnischen Leistungen ist aus Sicht des Zahntechniker-Handwerks unumgĂ€nglich, hat doch das Zahntechniker-Handwerk angesichts der relativen WachstumsschwĂ€che dieser Rate keine Chance, von ihm nicht zu beeinflussende Kostensteigerungen betriebswirtschaftlich adĂ€quat zu berĂŒcksichtigen!", so Obermeister Bußmeier.

Aufnahme der Unterkieferprotrusionsschiene in den GKV-Leistungskatalog

In seinem ausfĂŒhrlichen Vortrag stellte der Obermeister der Innung darĂŒber hinaus die sozialrechtlichen, die fachlich-technischen sowie auch die abrechnungstechnischen Daten im Zusammenhang mit "der" seit 01.01.2022 fĂŒr bestimmte FĂ€lle in den GKV-Leistungskatalog aufgenommenen Unterkieferprotrusionsschiene vor. Fachliche und abrechnungstechnische Details konnten diesbezĂŒglich wie auch fĂŒr andere Bereiche zahntechnischer Leistungen geklĂ€rt werden.

Einbindung des Zahntechniker-Handwerks in die Telematik-Infrastruktur

Last but not least durfte anlĂ€sslich der Versammlung auch die Vorstellung und eine kritische Erörterung von zu erwartenden Änderungen der betrieblich-organisatorischen Prozesse durch die Einbindung des Zahntechniker-Handwerks in die Telematik-Infrastruktur nicht fehlen.

Im Bild v.l.n.r.:
Christian Vennemeyer (Hans-Böckler-Berufskolleg Haltern)
Uwe Bußmeier (Obermeister, ZTI MĂŒnster)
Ralf Niggenaber (Stv. Obermeister, Lehrlingswart, ZTI MĂŒnster)


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