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Friday, 03. February 2017 09:39 Uhr Alter: 314 days
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VDZI zu den Forderungen der SPD nach Entlastungen der Versicherten bei Zahnersatz


BERLIN, Januar 2017. Zu den Vorstellungen des stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Prof. Dr. Karl Lauterbach √ľber eine Entlastung gesetzlich Krankenversicherter bei den Kosten f√ľr Zahnersatz-Leistungen, √§u√üert sich der Pr√§sident des Verbandes Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI), Zahntechnikermeister Uwe Breuer:

‚ÄěDie von Herrn Lauterbach beklagte Kostenbelastung der Versicherten ist ma√ügeblich eine direkte Folge der Entscheidungen des Gesetzgebers. Dazu geh√∂ren die Neugestaltung des Zuschuss-Systems und die Neufestlegung des Leistungsanspruches mit gr√∂√üerer Wahlfreiheit des Versicherten bei ver√§nderten Abrechnungsmodalit√§ten ab 2005.

Das hat in der Tat zu drastischen Milliardeneinsparungen der Krankenkassen und zu einer h√∂heren Belastung der Versicherten gef√ľhrt. Der Finanzierungsanteil der gesetzlichen Krankenversicherungen an den Zahnersatzkosten ist seit dem Jahr 2000 von 46,2 Prozent auf nur noch rund ein Drittel gesunken. Im Gegenzug ist der private Kostenanteil der Versicherten von 34,2 Prozent im Jahr 2000 auf 40 Prozent gestiegen. Ein weiterer wesentlicher Anteil an der Finanzierung von Zahnersatz erfolgt heute zudem durch die privaten (Zusatz-)versicherungen, der sich im Zeitablauf auf mehr als 20 Prozent nahezu verdoppelt hat.

Die h√∂here Eigenbeteiligung ist also systembedingt. Die Politik kann dies leicht √§ndern, indem sie die Zuschussh√∂he f√ľr die Regelversorgungen im Gesetz neu festlegt. Zur regelhaften √úberpr√ľfung des Leistungsanspruches ist bereits heute der Gemeinsame Bundesausschuss gesetzlich beauftragt. Eine neue Expertenkommission, wie Herr Lauterbach sie vorschl√§gt, impliziert die Auffassung, dass dieser trotz seines wissenschaftlichen Instrumentariums seinen gesetzlichen Auftrag nicht oder nicht ausreichend erf√ľllt. Dort w√§re daher mit einer Problemanalyse anzusetzen und l√§ge dann der eigentliche Handlungsbedarf der Politik. Der Sache f√∂rderlich w√§re es dabei, wenn der Gesetzgeber den Zahntechnikern in diesen Gremien endlich hinreichende Mitberatungs- und Gestaltungsm√∂glichkeiten einr√§umen w√ľrde.‚Äú

Die Entwicklung der Gesamtausgaben f√ľr Zahnersatz selbst ist dagegen au√üerordentlich moderat. Hieraus ergibt sich nach Ansicht des VDZI kein grundlegender Handlungsbedarf.

Die statistischen Ergebnisse der Gesundheitsberichterstattung des Bundes zeigen vielmehr, dass die politisch gewollte h√∂here Eigenbeteiligung durch Kostenverlagerung auf die Versicherten keineswegs mit einer problematischen Kostenentwicklung in der Zahnersatzversorgung einhergeht. Im Gegenteil: Seit dem Jahr 2000 sind die Gesundheitsausgaben insgesamt um fast 60 Prozent gestiegen, die Gesamtausgaben f√ľr Zahnersatz hingegen nur um 33,5 Prozent, die sich aus allgemeiner Inflationsrate und Einsatz h√∂herwertiger Versorgungsformen erkl√§ren. Auch angesichts der gleichzeitigen Entwicklung der verf√ľgbaren Einkommen der privaten Haushalte, die um 31,5 Prozent gestiegen sind, erscheint dieser Anstieg vergleichsweise moderat.

Quelle: Pressemeldung 1/2017 VDZI


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